Sylvester Stallone sagt, er habe in jüngeren Jahren an Bulimie gelitten. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere, während der „Rambo“-Zeit, sei sein Körper seine Rüstung gewesen, berichtete der heute 80-Jährige in einem Interview.
Rambo sollte im Vergleich zum Boxer Rocky animalischer wirken, erklärte Stallone. Die Figur sollte „nicht groß wie Arnold (Schwarzenegger), sondern eher wild und aggressiv und sehr geschmeidig und athletisch“ sein. Daraus sei eine schlimme Obsession geworden: „Es ging so weit, dass ich bulimisch wurde.“ Stallone erteile Quentin Tarantino seit Jahren Absagen.
Während der Dreharbeiten zu „Rocky III“ sank Stallones Körperfettanteil auf 2,6 Prozent. Er habe nichts bei sich behalten können. Stallone, damals in seinen Dreißigern, bezeichnete das als „zwanghafte Körperanbetung“. Niemand könne das ohne Hilfsmittel und Drogen schaffen – man müsse Steroide nehmen.

Mit Blick auf Teile seiner Karriere sagte Stallone: „Ich habe meinen Körper missbraucht.“ Er habe neun Rücken- und zwei Schulteroperationen sowie mehrere Eingriffe an der Halswirbelsäule hinter sich. Heute sei er noch einigermaßen in Form, nehme aber eine Menge Tabletten, um dranzubleiben.
Im Interview sprach der Schauspieler auch über Panikattacken. Seine erste habe er mit 36 Jahren erlebt. Beim Ansehen von Rohmaterial aus Aufnahmen sei er plötzlich aufgestanden. Die Nackenhaare hätten sich ihm aufgestellt, ihm sei heiß geworden, und er habe gedacht: „Ich sterbe. Das war's. Jetzt ist es vorbei mit mir.“ Dann sei er zusammengeklappt. Die Attacken hätten sich immer wiederholt.
Frustriert von seiner damals schleppenden Schauspielkarriere, schrieb Stallone das Drehbuch für den Boxerfilm „Rocky“ und damit sich selbst die Rolle des fiktiven Boxers Rocky Balboa auf den Leib. 1977 wurde „Rocky“ mit zehn Oscar-Nominierungen zur Sensation. Das Boxdrama gewann die Auszeichnungen für den besten Film, die Regie und den Schnitt.
