- Im Video oben: Russische Fregatte feuert Leuchtkörper auf Dänen-Helikopter
Russland hat den Kommandanten eines Kriegsschiffs ausgezeichnet, das in der Ostsee zwei Leuchtraketen in Richtung eines dänischen Militärhubschraubers abgefeuert hatte. Das teilte das russische Verteidigungsministerium mit.
Der Vorfall ereignete sich am 14. September gegen 14.22 Uhr in internationalen Gewässern im südwestlichen Teil der Ostsee. Nach russischer Darstellung näherte sich ein dänischer Fennec-Hubschrauber der Korvette „Soobrasitelny“ und reagierte nicht auf Funkrufe über einen internationalen Kommunikationskanal. Daraufhin habe der Kommandant entschieden, „zwei rote Leuchtraketen“ abzufeuern, um eine „Provokation“ zu verhindern.
Russland ehrt Kommandanten für „entschlossene Handlungen“
Dänemark schildert den Ablauf anders. Der Hubschrauber habe das russische Schiff nahe Gedser in internationalen Gewässern routinemäßig fotografiert, heißt es in einer Mitteilung der dänischen Streitkräfte. Von dem russischen Schiff seien zwei Leuchtkörper in Richtung des Helikopters abgefeuert worden. Eine davon sei dicht an der Maschine vorbeigeflogen.

Aus Moskau hieß es am Mittwoch, das Schiff habe tatsächlich zwei rote Leuchtraketen abgefeuert. Verteidigungsminister Andrej Beloussow zeichnete den nicht namentlich genannten Kommandanten laut russischem Verteidigungsministerium mit der Medaille „für Kampfauszeichnung“ aus. Gewürdigt wurden demnach seine „geschickten und entschlossenen Handlungen“.
Scharfer Protest aus Kopenhagen: „Unprofessionell“, „inakzeptabel“
In Kopenhagen löste der Vorfall scharfe Kritik aus. Verteidigungsminister Jeppe Bruus nannte das Verhalten der russischen Besatzung „sehr unprofessionell“. Wenn das Schiff Kontakt habe aufnehmen wollen, hätte es dafür andere Möglichkeiten gegeben, sagte er.
Außenminister Lars Løkke Rasmussen bezeichnete den Vorfall als „völlig inakzeptabel“. Dänemark bestellte daraufhin den russischen Botschafter ein.

Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sprach von einem „ernsten, aber nicht überraschenden“ Vorfall. Sie sagte, Russland wolle „einschüchtern und Zwietracht säen“. Frederiksen sieht darin einen zunehmend aggressiven Kurs Moskaus gegenüber Europa und der Nato.
Russland weist Vorwürfe zurück
Russland weist die dänische Darstellung zurück und macht die Besatzung des Hubschraubers verantwortlich. Der russische Botschafter Wladimir Barbin übergab nach Moskauer Angaben eine diplomatische Note und forderte Schritte, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt.
Er verwies zudem auf einen angeblichen ähnlichen Fall aus dem August 2025. Damals soll ein dänischer Helikopter ein russisches U-Boot-Abwehrschiff in geringer Höhe ohne Funkkontakt überflogen haben.
Verletzte oder Schäden an dem dänischen Hubschrauber gab es nicht. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, er habe nicht genügend Informationen, um den jüngsten Vorfall zu kommentieren.
