Russische Schiffe mit Panzern vor Sizilien: Italien startet Aufklärer

Russische Schiffe mit Panzern vor Sizilien: Italien startet Aufklärer

Ein russischer Schiffsverband mit gepanzerten Fahrzeugen und weiterem Militärgerät an Bord hat südlich von Sizilien das Mittelmeer durchquert. Italien reagierte und schickte ein Aufklärungsflugzeug vom Typ P-72A aus Sigonella zu den Schiffen.

Zu dem Verband gehörten die beiden Frachtschiffe „Anastasiia“ und „Jurij Arschenewski“ sowie das Landungsschiff „Aleksandr Schabalin“ der Ropucha-Klasse.

Der Konvoi war bereits im August in der russischen Exklave Kaliningrad gestartet. Seine Route führte über die Nordsee, den Ärmelkanal und entlang der portugiesischen Küste durch die Straße von Gibraltar ins Mittelmeer. Vor wenigen Tagen passierte die Formation Sizilien südlich der Insel und setzte ihren Kurs nach Osten fort.

Bilder vom 13. und 20. August sollen das Verladen der Ladung in Baltijsk im Gebiet Kaliningrad zeigen. Darauf seien mehrere gepanzerte Fahrzeuge zu erkennen, darunter APC- und MRAP-Modelle sowie weitere Logistik- und Unterstützungsfahrzeuge.

Russische Schiffe mit Panzern vor Sizilien: Italien startet Aufklärer

Italien setzte einen Aufklärer vom Typ P-72A ein, um den Verband zu beobachten. Die Maschine startete von der Luftwaffenbasis Sigonella auf Sizilien. Die P-72A ist für die maritime Überwachung ausgelegt und kann auch in geringer und mittlerer Höhe über See operieren. Nach dem Eintreffen bei den Schiffen drehte die Maschine in deren Nähe eine Schleife.

Nach Angaben von Open-Source-Analysten flog die P-72A gezielt zu der russischen Formation. Die italienischen Behörden wollten damit überprüfen, ob zuvor bekannte Informationen zutrafen. Die Schiffe näherten sich italienischen Hoheitsgewässern deutlich an.

Das Ziel des Verbands zeichnet sich inzwischen klarer ab: Satellitenbilder und militärische Aufklärungsflüge vom 14. September sollen belegen, dass die „Anastasiia“, die „Jurij Arschenewski“ und die „Aleksandr Schabalin“ die Hafeneinfahrt von Tobruk in Libyen erreicht haben. Ein US-Aufklärungsflugzeug vom Typ Artemis II überwachte demnach die Ankunft unmittelbar vor der Küste der Kyrenaika im Osten Libyens.

Neben diesem Verband war zuvor ein zweiter russischer Konvoi im Mittelmeer unterwegs. Er lief im August in Kaliningrad aus, passierte Ende August Gibraltar und erreichte danach den syrischen Hafen Tartus. Als offizielles Ziel war zuvor Ägypten angegeben worden.

In Tartus lagen zuletzt vier russische Schiffe:

- der RoRo-Frachter „Sparta“

- der U-Boot-Abwehrzerstörer „Admiral Lewtschenko“

- der Versorgungstanker „Akademik Paschin“

- der Tanker „General Skobelew“

Die „Sparta“ hat ihre Ladung in Tartus bereits gelöscht. Berichten zufolge handelte es sich um größere Mengen Munition, die für den russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim bestimmt gewesen sein sollen.

Demnach war es die erste bekannte Nachschubfahrt dieser Art seit dem Abkommen vom 9. August 2026 über die künftige russische Militärpräsenz in Syrien nach dem Sturz des Assad-Regimes.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels war von sieben Schiffen die Rede. Tatsächlich bestand der gesichtete Verband vor Sizilien aus drei Schiffen. Die Zahl sieben resultierte aus der fälschlichen Zusammenzählung mit dem zweiten, separaten russischen Konvoi im Mittelmeer, der vier Schiffe umfasste. Der Fehler wurde korrigiert.

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