Rentnerin zahlt 1.326 Euro für Notdienst – Polizei ermittelt

Rentnerin zahlt 1.326 Euro für Notdienst – Polizei ermittelt

Nach einem Stromausfall suchte Ruth Ritterswörden im Internet nach einem Notdienst in Recklinghausen. Ein Handwerker kam, reparierte den Schaden und verlangte anschließend 1.326 Euro. „Ich ärgere mich über mich selbst, dass mir das passiert ist. Also das kratzt an meinem Ego“, sagt die Rentnerin.

Misstrauisch wurde Ritterswörden, als sie die auf der Quittung angegebene Firma im Internet überprüfte. Demnach handelte es sich bei dem Unternehmen gar nicht um einen Elektriker. Auf der Website der echten Firma wurde zudem vor Betrug gewarnt. Offenbar nutzten die Täter deren Namen als Tarnung.

Schon nach der Zahlung hatte Ritterswörden ein ungutes Gefühl. Weil sie wieder Strom im Haus hatte, war sie zunächst jedoch erleichtert. Erst später machten andere sie auf die ungewöhnlich hohe Rechnung aufmerksam.

Ritterswörden rief erneut bei der im Internet angegebenen Telefonnummer an. Wieder wurde ihr mitgeteilt, dass noch eine Rechnung folgen solle. Darauf wartet sie bis heute. Inzwischen glaubt sie nicht mehr, dass diese noch kommt.

Nach Einschätzung der Beteiligten zielt die Masche darauf ab, Menschen in einer Notlage auszunutzen und für eine vergleichsweise einfache Dienstleistung deutlich mehr Geld zu verlangen, als am freien Markt üblich wäre. Die Polizei ermittelt wegen Betrugsverdachts.

Auch Nicola Harbrock aus Lüdinghausen wurde Opfer eines solchen Vorgehens. Nachdem ein Rohr verstopft war, suchte sie online nach einem Handwerker. Das Rohr wurde repariert, doch anschließend verlangten die Männer 3.555 Euro in bar.

Harbrock zahlte 1.555 Euro, weil ihr Banklimit an diesem Tag keine höhere Abhebung zuließ. Die Handwerker hatten dem Ehepaar mit einem Inkassoverfahren gedroht und verlangt, direkt zur Bank zu gehen. „Dass sie so viel Druck aufgebaut haben, ist mir erst später bewusst geworden, nachdem ich mit anderen gesprochen habe“, berichtet sie.

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