Nato legt 4000 Seiten Pläne für die östliche Flanke vor

Nato legt 4000 Seiten Pläne für die östliche Flanke vor

Die Nato hat ihre Vorbereitungen für einen möglichen Angriff auf das Bündnisgebiet deutlich ausgebaut. Nach einem Treffen des Militärausschusses in Kopenhagen sagte dessen Vorsitzender Giuseppe Cavo Dragone, für die östliche Flanke lägen bereits „4000 Seiten Pläne“ vor. Sie reichen von kleineren Störungen auf Nato-Gebiet bis zu einem offenen Angriff, der den Bündnisfall auslösen könnte.

Der Admiral sagte: „Die Struktur ist bereit, die Soldaten, die Systeme und die Waffen sind bereit.“ Zudem betonte er: „Im Falle eines Angriffs wissen wir, was zu tun ist.“ Ein Angreifer habe heute „viel mehr zu verlieren als zu gewinnen“. Die Nato will damit deutlich machen, dass Abschreckung nur glaubwürdig ist, wenn Pläne, Personal und Material verfügbar sind.

Mehr Waffen, mehr Munition und höheres Tempo sind aus Sicht des Bündnisses nötig. Der hohe Verbrauch von Granaten, Raketen und Drohnen in der Ukraine zeigt, wie schnell Bestände aufgebraucht werden können. Deshalb drängt die Nato die Rüstungsindustrie, ihre Fertigung deutlich zu steigern. Nach den Worten Cavo Dragones liegt das Geld bereit, nun müsse vor allem die Lieferfähigkeit wachsen.

Zugleich bereitet sich das Bündnis darauf vor, mögliche Lücken zu schließen, falls die Vereinigten Staaten militärische Mittel in andere Weltregionen verlagern. Der Admiral sprach von Fähigkeiten, die ersetzt werden müssten, wenn amerikanische Kräfte anderswo gebraucht würden. Bei hybriden Angriffen, etwa durch Sabotage oder andere verdeckte Aktionen, gilt der Bündnisfall nicht automatisch. Bei einem direkten militärischen Angriff wäre eine Reaktion dagegen sofort zu erwarten.

Nato legt 4000 Seiten Pläne für die östliche Flanke vor

Parallel dazu hat die Nato erstmals ihre Grundanforderungen für die Widerstandsfähigkeit von Staaten öffentlich gemacht. Es geht darum, wichtige zivile Dienste auch in Krisen und Kriegen am Laufen zu halten. Dazu zählen:

- Energie

- Lebensmittelversorgung

- Wasser

- Gesundheitswesen

Diese Bereiche sind nicht nur für die Bevölkerung entscheidend, sondern auch für die Einsatzfähigkeit von Streitkräften.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte sagte, die Verbündeten müssten Schocks und Störungen widerstehen, darauf reagieren und sich schnell davon erholen können. In Brüssel berieten Nato-Vertreter dazu mit Fachleuten aus den Bereichen Wasser, Kommunikation und Energie sowie mit Vertretern der EU. Auch ukrainische Behörden schilderten, wie wichtige Dienste trotz anhaltender Angriffe aufrechterhalten werden können.

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