Nahrungsergänzung für Männer: Wann Vitaminpräparate zum Risiko werden

Nahrungsergänzung für Männer: Wann Vitaminpräparate zum Risiko werden

Der Wunsch nach Vitalität und Erhalt der körpereigenen Kräfte führt viele Männer zu speziellen Nahrungsergänzungsmitteln. Doch was als Unterstützung für den Testosteronspiegel oder die Fruchtbarkeit gedacht ist, kann die natürliche Balance des Körpers empfindlich stören. Eine Untersuchung von siebzehn gängigen Präparaten hat gezeigt, dass viele dieser Produkte nicht nur entbehrenswert sind, sondern durch eine zu hohe Dosierung sogar gesundheitliche Risiken bergen können.

In den untersuchten Proben wurden häufig Stoffe wie Vitamin D, Selen und Zink nachgewiesen, die zwar eine Rolle bei der Spermabildung spielen, in den Kapseln jedoch oft in einer Konzentration vorliegen, die den Bedarf weit überschreitet. Ein Übermaß an Wirkstoffen ist nicht automatisch heilsam. Im Gegenteil: Eine dauerhafte Überdosierung von Vitamin D kann die Nieren belasten, während eine zu hohe Zufuhr von Vitamin E in Verdacht steht, das Risiko für Prostatakrebs zu erhöhen. Besonders auffällig waren Produkte wie Doppelherz System für Ihn und Centrum für Ihn, die aufgrund ihrer Zusammensetzung und Mängel kritisch bewertet wurden.

Ein weiterer Aspekt der Unsicherheit betrifft Zusatzstoffe wie Titandioxid. Dieser Stoff, der oft zur Aufhellung dient, ist in Lebensmitteln mittlerweile EU-weit verboten, da ein Krebsrisiko nicht ausgeschlossen werden kann. Dennoch findet er sich vereinzelt noch in Tablettenform wieder. Neben den gesundheitlichen Bedenken spielen auch die Kosten eine Rolle. Mit Tagespreisen von bis zu 2,67 Euro sind einige Präparate kostspielig, ohne einen klaren Mehrwert gegenüber deutlich günstigeren Varianten oder einer ausgewogenen Ernährung zu bieten.

Um die innere Balance und die männliche Gesundheit zu fördern, ist ein gezielter Blick auf die tatsächlichen Bedürfnisse sinnvoll. Experten raten dazu, Nährstoffe nur dann einzeln zu ergänzen, wenn ein Arzt einen echten Mangel festgestellt hat. Ein gesunder Lebensstil bleibt die verlässlichste Basis. Wer beispielsweise die Fruchtbarkeit unterstützen möchte, erreicht oft mehr durch den Verzicht auf häufige Saunagänge, um die temperaturempfindlichen Funktionen des Körpers zu schonen, als durch den Griff zu fragwürdigen Kombinationspräparaten.

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