Malta und Sizilien waren bis vor 13.000 Jahren durch Landbrücke verbunden

Malta und Sizilien waren bis vor 13.000 Jahren durch Landbrücke verbunden

Bis vor etwa 13.000 Jahren verband eine rund 90 Kilometer lange Landbrücke Malta und Sizilien. Damals konnte die Strecke zu Fuß zurückgelegt werden: Während der letzten Eiszeit lag der Meeresspiegel etwa 130 Meter niedriger als heute.

Italienische und maltesische Forscher schlossen sich zur Mission „Bridges“ zusammen, um den urzeitlichen Korridor zu kartieren, der auch die nahe gelegene Insel Gozo erreichte. Das Forschungsschiff Gaia Blu des Nationalen Forschungsrats Italiens (CNR) untersuchte gemeinsam mit dem Nationalen Institut für Ozeanographie und Angewandte Geophysik (OGS) in Triest den heute mehr als hundert Meter tief liegenden Meeresboden.

Malta und Sizilien waren bis vor 13.000 Jahren durch Landbrücke verbunden

Die Karte des Meeresbodens zeigt eine abwechslungsreiche Landschaft. Emanuele Lodolo, Forscher an der Geophysik-Abteilung des OGS, erklärte: „Die Karte des Meeresbodens, den wir untersucht haben, offenbart eine komplexe Landschaft mit häufig unterbrochenen Erhebungen, die sich über mehrere Dutzend Kilometer erstrecken und Lagunen sowie Senken begrenzen. Die Ähnlichkeit mit modernen tropischen Plattformen ist deutlich: relativ flache Gebiete, die durch Bergrücken und Barrieren voneinander getrennt sind, dahinter geschützte Becken und Lagunen.“

Die letzte Eiszeit endete ungefähr vor 11.700 Jahren. Während dieser Zeit waren große Teile Europas, Nordamerikas und Asiens von kilometerdicken Eisschilden bedeckt. Tiere wie Mammuts, Wollnashörner und Säbelzahnkatzen lebten damals.

Während die geologische Entwicklung weitgehend geklärt sei, bleibe die archäologische Frage offen: Die ältesten menschlichen Spuren auf Malta sind erst etwa 8.900 Jahre alt und damit deutlich jünger als die frühere Landverbindung. Eine weitere Expedition könnte nach menschlichen oder tierischen Überresten, Werkzeugen und Pflanzenresten suchen. So ließe sich untersuchen, welche Lebewesen den heute versunkenen Korridor einst nutzten.

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