Lawrow legte Wadephul einen 21-seitigen Propaganda-Bericht vor

Lawrow legte Wadephul einen 21-seitigen Propaganda-Bericht vor

Bei einem 20-minütigen Treffen mit Sergej Lawrow lag auf dem Platz des deutschen Außenministers Johann Wadephul ein 21-seitiges Pamphlet. Das Gespräch fand in einem Besprechungsraum der russischen Delegation bei den Vereinten Nationen statt. Das Schriftstück trug den Titel „Die Erben Goebbels’“ und stellte das Massaker von Butscha als ukrainische Inszenierung dar. In dem Vorort von Kiew hatten russische Soldaten im Frühjahr 2022 hunderte ukrainische Zivilisten gefoltert, getötet und hingerichtet. Wadephul warf nach einem kurzen Blick seinen Notizblock über das Papier und ignorierte es für den Rest des Gesprächs.

Nach dem Treffen verspottete Russlands Außenamtssprecherin Marija Sacharowa Wadephul auf Telegram. Lawrow bezeichnete das Gespräch später als überflüssig und spottete, Wadephul hätte ihn auch einfach anrufen können.

Aus deutschen Delegationskreisen hieß es, der Bericht sei ein billiger Provokationsversuch gewesen. Trotz der Spannungen endete das Treffen mit einem Händedruck.

Der frühere Diplomat Wolfgang Ischinger äußerte auf der Plattform X Unverständnis über den Vorfall: „Der deutsche Außenminister muss sich von niemandem, jedenfalls nicht von einem russischen Minister, verhöhnen lassen, der zu Hause in Moskau zero Einfluss hat.“

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