Bei der Restaurierung des Alten Turms in Puiflijk bei Druten in Gelderland sind Arbeiter auf jahrhundertealte menschliche Überreste gestoßen. Besonders bemerkenswert ist das unversehrte Grab eines Säuglings, das aus Schieferplatten errichtet wurde.
„Man kann sich die Eltern und ihre Gefühle vorstellen, als sie ihr Kind beerdigten“, sagte Bert Beuving, Stiftungssekretär der historischen Stätte. Fachleute schätzen, dass das dort bestattete Kind höchstens drei Monate alt war. In einem weiteren Bericht ist hingegen von einem sechs Monate alten Kind die Rede.
Der Archäologe Joost Heijstek ordnete die historische Bedeutung des Fundes ein: „Ein vollständig erhaltenes Schiefergrab eines Kindes ist sehr selten. Ein Kollege von mir kennt ein Beispiel aus Deutschland, aber so etwas hatten wir in den Niederlanden noch nicht.“
Neben dem Säuglingsgrab stießen die Experten bei Grabungsarbeiten für eine Stützmauer auf drei weitere, nahezu vollständige Skelette von Erwachsenen. Außerdem legten sie lose Knochen frei, darunter einen Kinderschädel mit einem Milchzahn. Nach Einschätzung des Archäologen könnten die Gräber aus dem 15. Jahrhundert stammen, aber auch aus dem 17. oder 18. Jahrhundert.

Der Ursprung des Alten Turms in Puiflijk wird zu Beginn des 11. Jahrhunderts vermutet. Eine romanische Kirche aus der Zeit um 1000 wurde 1127 erstmals erwähnt. Der heutige gotische Turm entstand vermutlich in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.
Nach der Reformation wurde die Kirche 1609 protestantisch, verfiel jedoch zunehmend und wurde 1820 endgültig abgerissen. Der Turm blieb erhalten, wurde später unter anderem als Lager genutzt und 1980 mit seinem heutigen Spitzdach restauriert.
