Italien schenkt Indonesien alten Flugzeugträger – doch die Kosten explodieren

Italien schenkt Indonesien alten Flugzeugträger – doch die Kosten explodieren

Indonesien hat erstmals einen Flugzeugträger übernommen. Das frühere italienische Schiff „Giuseppe Garibaldi“ lief am 18. September im Hafen von Jakarta ein und soll künftig den Namen KRI Sriwijaya tragen.

Italien überließ das 41 Jahre alte Schiff als Geschenk. Sein Wert liegt bei rund 54 Millionen Euro. Doch der scheinbare Glücksfall hat einen gewaltigen Haken: Für Instandsetzung und Modernisierung, damit der Träger noch 15 bis 20 Jahre genutzt werden kann, werden zwischen 350 und 800 Millionen Euro fällig.

Der neue Träger soll vor allem bei Katastrophen und anderen Hilfseinsätzen zum Einsatz kommen. Als klassischer Flugzeugträger wird die KRI Sriwijaya kaum dienen, denn Indonesien verfügt nicht über trägertaugliche Kampfflugzeuge. Stattdessen soll das Schiff vor allem als Plattform für Hubschrauber und Drohnen genutzt werden.

Der Träger verließ Tarent am 24. August mit einer gemischten italienisch-indonesischen Besatzung. An Bord stand der italienische Kommandant Marco Guerriero. Die Route führte durch den Suezkanal, mit Zwischenstopps in Safaga in Ägypten und Colombo auf Sri Lanka. Im Roten Meer begleiteten italienische Kriegsschiffe den Verband über einen Teil der Strecke.

In indonesischen Gewässern nahmen die Mehrzweckkampfschiffe KRI Brawijaya und KRI Prabu Siliwangi den Träger in Empfang. Auch ein Seeaufklärer vom Typ CN-235 beteiligte sich an der Eskorte. Anders als diese beiden Schiffe kam die frühere „Giuseppe Garibaldi“ über die Straße von Malakka ins Land und nicht über die Sundastraße.

Der Träger sollte zunächst KRI Gadjah Mada heißen. Die Marine entschied sich später für den Namen KRI Sriwijaya. Er erinnert an das historische Seereich Sriwijaya auf Sumatra, das über Jahrhunderte wichtige Handelswege kontrollierte.

Die feierliche Flaggenübergabe und die offizielle Indienststellung als KRI Sriwijaya sind für den 24. September 2026 im Hafen von Jakarta geplant. Für den 5. Oktober ist ein Auftritt bei den Feiern zum Jahrestag der Streitkräfte vorgesehen.

Italien stellte das 180 Meter lange Schiff 1985 in Dienst. Es war 1983 vom Stapel gelassen worden und ging 2024 in die Reserve. Unter italienischer Flagge nahm der Träger an mehreren Einsätzen teil, darunter in Afghanistan und in Libyen. Italien gab das Schiff im Frühjahr an Indonesien ab.

Vor der Ankunft übten Indonesiens Teilstreitkräfte bereits den Flugbetrieb auf dem Schiff. Beteiligt waren:

- Marinehubschrauber vom Typ AS565 Panther

- Luftwaffenhubschrauber vom Typ NAS332 Super Puma

- Heeresmaschinen vom Typ Bell 412

Trainiert wurden Starts und Landungen auf einem Nachbau des Flugdecks. Weitere Übungen fanden auf dem Landungsschiff KRI Makassar statt. Marineflieger gaben ihre Erfahrungen bei Einsätzen über See an Besatzungen von Luftwaffe und Heer weiter.

Mit der Übernahme der früheren „Giuseppe Garibaldi“ besitzt Indonesien erstmals ein Schiff dieser Klasse. Ob aus dem Geschenk jedoch ein dauerhafter Gewinn wird, hängt vor allem von den hohen Kosten für die Modernisierung ab.

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