Nach der Zwangsräumung einer Sozialwohnung im 15. Stadtbezirk baten Polizei und ein Gerichtsvollzieher den Verein YouCare um Unterstützung. In der rund 50 Quadratmeter großen Wohnung stießen Helfer auf 75 Katzen, wie Vereinsvorsitzender Thomas Moreau sagte. Die Tiere seien dort unter unerträglichen Zuständen gehalten worden; einige kamen in eine Tierklinik. „In der Tiefkühltruhe wurden außerdem tote Kätzchen gefunden“, sagte Moreau.
Der Verein konnte nicht alle Katzen auf einmal aufnehmen und startete deshalb einen Hilfeaufruf. Rund 30 Tiere mussten zunächst in der Wohnung zurückgelassen werden. Helfer versorgen sie dort täglich.
Nach Einschätzung des Vereinsvorsitzenden handelt es sich wahrscheinlich um einen Fall von Tiersammelsucht, die in Frankreich als Noah-Syndrom bezeichnet wird. Der Name geht auf die biblische Figur Noah und seine Arche zurück. Bei diesem psychiatrischen Krankheitsbild sammeln Menschen eine große Zahl von Haustieren auf engem Raum an, ohne in der Lage zu sein, die Tiere angemessen zu pflegen, zu füttern oder medizinisch zu versorgen.
